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Vom Funkhaus zur Audio-Plattform

Radio entwickelt sich derzeit mit einer rasanten Geschwindigkeit in Richtung Digital! Radio muss sich auf neue Verbreitungswege vorbereiten. Die Radiomacher müssen hybrid denken lernen. Zum einen “linear”, zum anderen aber  multidrektional und onDemand. Dafür bedarf es allerdings auch technischer Weiterentwicklungen. Plattform, Künstliche Intelligenz und Machine Learning, aber auch ein dynamisches und agiles Anbindungs-Management spielen da wichtige Rollen.

Schliesslich betrifft die Digitalisierung alle wichtigen Touchpoints:

  • Content-Erstellung; interne Workflows und effiziente Strukturen,
  • Distribution; Auffindbarkeit von Inhalten
  • Monetarisierung mit neuen Vermarktungsmodellen

Was geht alles mit KI

Das Internet ist textbasiert – heißt, dass Audio und Video-Inhalte verschriftlicht werden müssen, sonst sind sie unsichtbar und damit unauffindbar. Hier hilft KI bei der Transkription und Timetagging. Aber um effektiv nach Inhalten suchen zu können, müssen mehrere Engines arbeiten. Wir bei Multicast Media haben uns spezialisiert auf Deutsche Medieninhalte und das Extrahieren von Metadaten.

Neben dem Transkript, taggen wir jedes einzelne Wort mit einem Timecode – damit werden Interviews, die seit Jahren im Archiv liegen, auffindbar, sogar bis auf die Zitat-Ebene. Dazu erkennen unsere Maschinen jeden einzelnen Sprecher mit unserer Speaker-Recognition. Wir analysieren dabei die Samplerate der einzelnen Stimme und können dadurch schonmal identifizieren. Um Redakteure oder Podcaster an diese Transformations-Technologie heranzuführen, haben wir ein nützliches Tool entwickelt, an das unsere Engines angebunden sind. Die Transkriptionsplattform Meetrum.

 

Eine weitere Engine kümmert sich um Entitäten: hier werden Ereignisse, Objekte, Personen erkannt, um den Text grob einzuordnen und zu klassifizieren. Der etwas genauere Schritt ist die genaue Textanalyse – im fach-chinesisch “Natural Language Processing”. Das ist die semantische Analyse von Zusammenhängen innerhalb eines Textes.

Der nächste wichtige Schritt – Plattform

Mit Hilfe der Informationen aus nur einem Audio lassen sich ähnliche Kontext-Informationen miteinander verknüpfen – und das ist der Punkt, an dem der Wechsel von linearem Broadcast zur personalisierten und individualisierten Content-Distribution vollzogen wird.

Die Argumente für eine digitale und multimediale Plattform, um einen viel breiterer Markt bedienen zu können, sind inzwischen auch in den oberen Entscheider-Etagen angekommen.

Mit der Plattform soll die Entwicklung nun auch eine weitere unverzichtbare Zutat erhalten:

Die unmittelbare Orientierung an den persönlichen Präferenzen des Hörers. Dadurch wird der finale Schritt zu einer wirklich disruptiven Entwicklung des Radios vollzogen. Mit der Implementierung von KI-Engines lassen sich die internen Workflows der Redaktionen effizienter gestalten, die Inhalte hätten einen größeren Impact auf den User und die Datenflut kann effektiv visualisiert werden.

Der User kann seine eigenen Routinen definieren oder sich von algorithmisch gesteuerten Empfehlungen leiten lassen. Die Hoheit über die Inhalte und Algorithmen behält das Funkhaus.

Hier ein paar wichtige Features der KI-getriebenen Plattform für interne Workflows:

  • Cut-in-the-Text : Editieren von Transkript und Timestamp und gleichzeitiges Schneiden im Audiofile
  • einbinden der Reporter-App „Meetrum“ für Audio und Video-Aufnahmen mit Transkription
  • Wortfilter (korrekte Schreibweisen festlegen, Badword-Filter für Subtitling)
  • Momentsharing (Teilen von nur kleinen Parts eines Audiofiles)
  • Subtitle View automatisiert Subtitles generiert und individuell anpassbar
  • dynamischer Audioplayer / Videoplayer mit automatischer Playlist-Erstellung

Doppelter Nutzen

Radio hat den wunderbaren Vorteil, dass es mit dieser hybriden Verbreitung den größten Impact in den unterschiedlichen Zielgruppen schaffen kann. Zusätzlich hat der Sender Steuerungselemente in der Hand, den User in jeder erdenklichen Situation anzusprechen.

Das wird der neue Nutzen am Hörer. Dazu gehört es die Inhalte, wie lokalen Informationen,  Service, emotionale Themen auf diese neuen Nutzungsbedingungen einzustellen. Inhalte müssen multimedial transformiert sein. Nur so können sie auf allen Plattformen und Endgeräten so abgespielt, wie die Endgeräte es verlangen. Und umso mehr Meta-Informationen aus dem Audio herausgelöst werden können, desto genauer und effektiver können die Nutzer mit den gewünschten Inhalten unterhalten werden.

Programmatic Content Distribution

Ein weiterer großer Vorteil einer KI-gesteuerten Database, ist das Auslesen von Informationen des Users. Unsere Intelligenten Maschinen können Informationen vom User und die des erstellten Contents schneller erkennen und verbinden. Das Empfehlungsmanagement ist das Tool der Zukunft. Und deswegen auch ein großes ACHTUNG. Ein guter Bekannter und Geschäftspartner hat einen Spruch, der es auf den Punkt trifft:

“Don`t feed the beast!”

Mit jedem Upload des erstellten Contents auf Plattformen, wie Soundcloud, Spotify, Google, Amazon oder Apple fliessen die Userdaten zu den internationalen Datenkraken. Diejenigen, die den Content erstellen und Redakteure, Autoren und Volontäre bezahlen, haben in der Zweitverwertung schlechte Karten. Es ist anfangs sicherlich wichtig, die Reichweite der großen Plattformen zu nutzen, um auf die einzelnen Inhalte aufmerksam zu machen, doch sollte es dafür eine Exit-Strategie geben. Es muss eine eigene Plattform geschaffen werden, die die eigenen Inhalte ausliefert. Dafür ist Radio (noch) stark genug.

Inhalte sind das Gold – Technologie die Werkzeuge!

AUDIO und vor allem RADIO haben ein unglaubliches Potenzial – Lassen Sie es uns gemeinsam langfristig nutzen!

Robert Förster,

CEO Multicast Media

 

Robert Förster

foerster@multicast-media.com

Medienmarketing-Manager, Broadcast-Experte, Content-Consultant, Networker